Berliner Clubkultur: Politik, Techno und nicht-kommerzielle Dancefloors

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Über die Clubkultur hinaus können Tanzflächen bei jüngeren Menschen soziales Engagement und politisches Bewusstsein fördern. Zwischen Protestpartys oder der Erhaltung von Freiräumen für die Kultur hat Berlins alternative Szene für Kultur und Musik eine in Europa einzigartige Reife erreicht. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass berühmte Persönlichkeiten der Berliner Clubbing-Szene Projekte vor Ort und über die Grenzen hinaus initiieren, um fast vierzig Jahre lang kulturelle Experimente in der Stadt zu teilen. Der Artikel gibt einen Überblick über Berliner Kollektive, Clubs und Projekte, die die Bereiche Politik und Techno miteinander in Einklang bringen.

Was macht die Berliner Clubkultur so einzigartig in Europa?

Die Einzigartigkeit der Berliner Clubkultur und des Techno ist in die Geschichte eingegangen. Berlins Kultur ist die Geschichte einer verwüsteten Stadt, die von den Wunden des Zweiten Weltkriegs heilt.

In der Dokumentation B-Film: Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989 erzählt Mark Reeder seine persönliche Geschichte und erlebt durch Archive die pulsierende Musik- und Kunstszene West-Berlins während der punkigen, trashigen und Techno-Hochzeit der geteilten Stadt. Der Film vermittelt ein dichtes und detailliertes Verständnis dafür, wie Musik und Kultur dazu beigetragen haben, die Brücke zwischen Ost- und Westberlin zu bauen und zum Mauerfall 1989 beizutragen.

Von der eigenen Prägung neu angekommener Musikgenres bis hin zur Schaffung von Freiräumen für Kultur in verlassenen Gebäuden (wie dem Techno-Club Tresor) führte die sozial bewusste Generation der 80er und 90er Jahre durch den politischen Kontext zur Entstehung der Gegenkultur, für die Berlin heute bekannt ist. Das Berliner Nachtleben nach der Mauer in den 90er Jahren war intensiv. Es war eine Energie der Erleichterung und Freiheit.

Tresor nach Detroit

Tresor ist ein Underground-Techno-Club und Label in Berlin. Es ist der letzte Club, der - wenn auch mehrfach umgezogen - des Berliner Nachtlebens der 90er Jahre nach der Mauer steht. Was sagt es uns? Egal wie erfolgreich ein Club ist und wie liberal eine Stadt auch sein mag, Räume für Kultur und Nachtleben sind schwer zu finden und zu pflegen. Städte verkaufen Land an Investoren und kurzfristige Mietverträge für Nachtclubs scheitern meist an der Verlängerung.

Die Geschichte von Tresor reicht bis ins Jahr 1988 zurück, als es erstmals unter dem Namen Ufo Club bekannt wurde. 1990 schließt der Club und zieht nach Ost-Berlin, in die Gewölbe einer verlassenen jüdischen Bank. Die Location ist einzigartig und inspiriert den neuen Namen "Tresor". Der Berliner Treffpunkt für alle Techno-Liebhaber schließt 2005 schließlich (wieder), aufgrund von Vertreibung und neuen Plänen der Stadt für das Quartier. Aber Tresor ist nicht einer, der leicht aufgibt. Seit 2007 hat der Verein in einem renovierten Kraftwerk in der Köpenicker Straße in Mitte ein neues Zuhause gefunden.

Kürzlich hat Tresor-Gründer Dimitri Hegemann ein erweitertes Kooperations- und Kulturprojekt mit Clubs und Künstlern in Detroit gestartet, um das Nachtleben wieder an den ursprünglichen Geburtsort des Techno zu bringen. Während Detroit und Berlin eine ähnliche Geschichte teilen - indem sie Musik und Kultur nutzen, um eine verlassene Stadt zurückzuerobern -, hatten sie nicht den gleichen Glauben. In einem Interview für Arte's Dokumentarfilmreihe Trax teilte Dimitri Hegemann seine feste Überzeugung, dass die Berliner Kultur und Clubkultur genügend Reife erreicht hat, um anderen Städten Wege zu zeigen, wie sie die Underground-Musikkultur überholen können.

Foto von i bi, via flickr.

Tresor: Underground Techno Club
Tresor: Underground Techno Club
Köpenicker Str. 70, 10179 Berlin, Germany

Politik und Techno

Mensch Meier ist ein Berliner Club- und Kulturhaus, das die Bereiche Politik und Techno in Einklang bringt. Der Club begrüßt viele engagierte Projekte und verfügt über ein "Awareness-Team" vor Ort, das hilft, die Tanzfläche sicher, offen und frei zu halten. Mensch Meier ist eng mit Frei(t)räume, einer freien Berliner Open-Air-Operation, und mit der sozialen Bewegung "Reclaim Club Culture" verbunden, die Protestaktionen gegen Rechtsextreme in Deutschland organisiert. Was gibt es noch mehr? Mensch Meier kuratiert regelmäßig Clubnächte mit Diskussionsrunden zum Thema Clubkultur und -politik. Nicht verpassen: Rebellion der Träumer.

Fotonachweis von Mensch Meier, via Facebook.

Mensch Meier Berlin
Mensch Meier Berlin
Storkower Str. 121, 10407 Berlin, Germany

Überschneidende nicht-binäre Tanzflächen

Room 4 Resistance ist ein Kollektiv, das intersektionale Räume auf Tanzflächen schafft. Sie beschreiben sich selbst als "(We are) a Berlin-based queer femme / non-binary forward collective focused on community-building and creating safer space & visibility for underrepresented artists in Dance Music". Sie organisieren regelmäßig Clubnächte an verschiedenen Orten in Berlin, darunter auch Griessmühle. Ihr monatlicher Wohnsitz im berüchtigten Berliner Club //about:blank wurde kürzlich wegen der öffentlichen Stellungnahme von Room for Resistance zur Unterstützung der Kampagne #DJsforPalestine abgesagt. Über die Grenzen hinaus veranstaltet das Kollektiv Partys und Podiumsdiskussionen in Clubs in ganz Europa wie in der De School, Amsterdam, und der Pickle Factory, London.

Illustration von Rudy Loewe, über Raum 4 Widerstand

Rückgewinnung von Freiräumen für die Kultur

Viele Berliner Kollektive und Organisationen arbeiten täglich daran, Kultur außerhalb der Wirtschaft zugänglich und frei zu machen und zu pflegen. Einer von ihnen ist Spree:publik. Das Kollektiv wird von der Berliner Clubkommission unterstützt und hat zum Ziel, den Spreepark und die Spree als freien Ort für kulturelle Experimente zu erhalten. Die kommerziellen (und von der Lobby geförderten) Entwicklungsprojekte der Stadt für den Spreepark sind in der Tat umstritten. Einmal von der Stadt verlassen, strotzt der Park vor freien Initiativen und Kreativität und das würde bedeuten, dass all diese Projekte aufhören. "Die Spree und die Berliner Kanäle gedeihen heute mit Floßkinos, Theateraufführungen, Kunstausstellungen und Konzerten sowie Demonstrationen und Umweltaktionen. Alles im Geiste der Solidarität und einer liberalen und kollektiven Denkweise", sagt Spree:park - und so soll es auch bleiben.

Foto von Johannes Jelinek - vakatmedia.com, via spree:publik.

Spreepark Berlin
Spreepark Berlin

Last but not least könnte Enter the Void wahrscheinlich eine der schönsten Initiativen der letzten Jahre sein. Enter the Void ist in Europa, Brasilien und im Nahen Osten vertreten und eignet sich städtische Räume für die alternative Jugendkultur an. Dieses EU-Projekt lief von 2016 bis 2017 und hat erfolgreich Brücken zwischen den Kontinenten gebaut. Die kulturellen Akteure hinter #ETV sind keine anderen als Nightlife-Aktivisten wie Horoom-Nights (Bassiani, Georgia), Mamba Negra (Sao Polo, Brasilien), Jazar Crew (Palästina) und die Berlin Club Commission.

Foto von Enter the Void, via Facebook.

Stay safe und schwärmt frei!


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Der Schriftsteller

Isabel Elwood

Isabel Elwood

Ich bin Isabel, Yoga-Liebhaberin und Techno Schmetterling. Ich bin leidenschaftlich für alles, was Kunst und Seele berührt.... sowie für elektronische Musik, über die ich schreibe.

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